Mittwoch, 15. Juni 2016

Eine weitere Studie zur Sanierung des Strandbades Müggelsee –

Ein wirtschaftlich wichtiger Baukörper soll abgerissen werden!



20.000 Euro - So viel hat die neue „Machbarbeitsstudie zur touristischen Inwertsetzung“ des Strandbades Müggelsee gekostet. In Auftrag gegeben vom Bezirksamt Treptow-Köpenick, bezahlt vom Berliner Senat, erarbeitet von der dwif-Consulting GmbH, der Öffentlichkeit vorgestellt am 12.2.2016 im Rathaus Köpenick. Bringt die neue Studie neue Erkenntnisse?
Die Ergebnisse sind schnell zusammengefasst:
  1. Das Strandbad muss weiterhin gemeinwohlorientiert und kostenfrei bleiben.
  2. Im Strandbadgebäude könnte eine Tagestagungs- und Bildungsstätte ihren Ort finden, betrieben durch einen gemeinnützigen Bildungsträger, zusätzlich: Event- und Tagungsgeschäft.
  3. Das Saunagebäude soll zu einer Strandsauna entwickelt werden.
  4. Die ehemalige Großgaststätte („Würfel“ (1)) wird abgerissen; stattdessen könnten hier ein Wasserspielplatz, ein Parkplatz oder ein neues Gebäude als Ergänzungsmodul zur Tagungsstätte entstehen. (2)


Das sind die wesentlichen - dürftigen - Ergebnisse der Studie. Kosten: 20.000 Euro. Kein „Management Summary“, keine Kombination aus „einem sog. 'Top Down-' und einem 'Bottom Up-Ansatz'“ oder sonstige Anglizismen helfen, sie zu erhöhen. Punkte 1 und 2 sind nicht unbedingt neu bzw. naheliegend. Eine Bildungsstätte einzurichten ist zwar eine gute Idee, aber der verfügbare Platz ist im Strandbadgebäude für ein derartiges Vorhaben zu knapp, müssen doch dort auch noch die sanitären Anlagen, die Technik, Imbiss, Verkaufsstände untergebracht werden. Und was folgt auf den Abriss des „Würfels“? Wie bereits oben erwähnt, hatte die Planungsgruppe um Dr. Feige überraschende Einfälle, z.B. den, auf der Betonplatte des abzureißenden Gebäudes einen Wasserspielplatz einzurichten! Dieser Vorschlag sollte hier, direkt am Müggelsee, jeden Strandbadnutzer in Erstaunen versetzen und lässt auf ein kurzweiliges Brainstorming der Planenden in entspannter Atmosphäre schließen. Zudem erinnern sich die Leser des „Rahnsdorfer Echos“ vielleicht, dass unser Verein „Bürger für Rahnsdorf e.V.“ erst nach langem Kampf mit den zuständigen Behörden hier in der Wasserschutzzone einen Spielplatz einweihen konnte, und das nur, weil ein ehemals vorhandener Spielplatz wiederhergestellt werden sollte.
Eine wichtige Erkenntnis hat die Studie allerdings doch gebracht: Das Bezirksamt bleibt auf den Kosten sitzen. „Eine Kostendeckung ist für den Bezirk nicht erreichbar.“ Kosten für den Bezirk: Ca. 375.000 – 400.000 Euro p.a. (ohne Verwaltungskosten). Ein Trösterli haben die Projektplaner aber dann doch noch dem Bezirksamt zu bieten: „Crowdfunding“ unterteilt in „Crowd-Donation“ und „Crowd-Sponsering“ soll die Probleme lösen. Hört sich gut an.
Eine wirtschaftliche Nutzung sei nicht zu erreichen, so die Planer der dwif-Consulting GmbH.
Und weil es bisher noch kein wirtschaftlich tragfähiges Konzept gegeben habe, habe es auch noch keinen Investor gegeben. Diese Behauptung ist jedoch falsch. Nicht nur Leser des „Rahnsdorfer Echos“ wissen, dass bereits im Jahre 2010 ein überzeugendes Konzept für die Sanierung, Entwicklung, Nutzung und Bewirtschaftung des Strandbadareals vorgelegen hat, das sich Ende 2011 kurz vor seiner Umsetzung befand.
Zur Erinnerung: Im Jahre 2010 stellte sich Herr Kühne (Kühne Pool & Wellness Technik GmbH) dem Bezirksamt als Investor zur Verfügung. Auf Initiative des „Runden Tisches“ (3) hin hatten er und sein Planungsteam gemeinsam mit der Planungsgruppe des Architekten Wolff und sechs weiteren Ingenieurbüros, unter Mitarbeit des „Runden Tisches“ in zweijähriger Arbeit ein Konzept zur Sanierung, Entwicklung, Nutzung und Bewirtschaftung des Areals Strandbad Müggelsee entwickelt (4 ). Am 15.3.2011 fasste das Bezirksamt Treptow-Köpenick den Beschluss, dieses - auch vom Verein „Bürger für Rahnsdorf“ favorisierte - Konzept umzusetzen. In einem Brief vom 4.4.2011 gratulierte der damalige stellvertretende Bürgermeister und Bezirksstadtrat Schneider den Herren Kühne und Wolff, bedankte sich für das „gute und tragfähige Konzept“, wünschte „uns gemeinsam eine sehr gute Zusammenarbeit“ und freute sich „auf die bereits telefonisch verabredeten Vertragsverhandlungen“(5). Daraufhin plante Herr Kühne diverse Aktivitäten, die er im Strandbad durchführen wollte. Leider bekam er von Seiten des Bezirksamtes (Bezirksbürgermeisterin war damals Frau Schöttler) nicht die versprochene Unterstützung. Anträge auf Durchführung von Veranstaltungen blieben unbeantwortet oder wurden mit zu großer Verzögerung bearbeitet. Als Herr Kühne dann Ende des Jahres 2011(!) seine bereits verkauften Eintrittskarten für die Silvesterveranstaltung zurückgeben musste, weil eine letzte Genehmigung auf sich warten ließ, und es dann auch noch hieß, das Projekt Strandbad müsse europaweit ausgeschrieben werden, teilte er am 3.1.2012 dem Bezirksbürgermeister Igel (Bürgermeister seit dem 27.10.2011) mit, dass er nicht mehr als Investor zur Verfügung stehen werde. Anträge auf Durchführung von Veranstaltungen seien unbeantwortet geblieben und vom Bezirksamt gefällte Entscheidungen seien plötzlich revidiert worden.
Mittlerweile hat sich die Situation geändert. Es bedarf keines Investors mehr. 8 Millionen stehen zur Verfügung. Eine große Chance, das Konzept von Kühne/Wolff umzusetzen. Ein Konzept, das wegen seiner vielfältigen Angebote bereits 2010 auf breite Zustimmung und allgemeine Begeisterung bei Anwohnern und Politikern stieß, s.dazu: www.strandbad-mueggelsee.de.  Es beinhaltet:


1. Strandbad
  • denkmalgerechte Sanierung des Strandbadgebäudes in Verbindung mit energieeffizienten Technologien
  • unentgeltlicher Badebetrieb
  • ganzjährige Nutzbarkeit des Areals
  • Aufrechterhaltung der Zugänglichkeit zum Müggelsee
  • attraktivere Rad- und Wanderwege
  • Verschönerung der Uferlandschaft
  • Schaffung von Arbeitsplätzen
  • Durchführung von Veranstaltungen
  • attraktiver Anziehungspunkt für Einheimische und Touristen

2. Eingangsbereich
  • Wiederherstellung des dreiteiligen Haupteinganges nach altem Vorbild
  • Büro für Haustechnik
  • Küche für den Biergarten (s. Punkt 6)


3. Strandbadgebäude
  • Westflügel:
öffentlicher Waldkindergarten mit Innenbereich und Garten,
Umkleide /Sanitär, kostenfreie Räume für Öffentlichkeit/Vereine/Schulen
  • Terrasse auf dem Westflügel:
Freifläche, Stühle, Bänke für Picknick ohne Bewirtschaftung
  • Ostflügel:
Sport, Fitness
  • Terrasse auf dem Ostflügel:
Liegefläche für Gäste der Wellnessoase, Außenbecken des geplanten Schwimmbades der Bäderlandschaft im „Würfel“ (s. Punkt 7)
  • Mittlerer Gebäudebereich (Bogen):
Kaffee, Bistro, Lesestube, DRK, Technik
  • Wiederherstellung der beiden „Pilze“, die sich ehemals auf der Terrasse befanden, einer mit Fahrstuhl (Barrierefreiheit) und Nutzung als Bar nach altem Vorbild

4. Heizhaus
  • Technikzentrale
  • Lager
  • Parkfläche


5. Saunagebäude
  • Untergeschoss: Sauna im Innen- und Außenbereich mit Ruheraum, offenem Kamin; verschiedene Saunen und Dampfbäder
  • Obergeschoss: Arztpraxen sowie Anwendungsräume (Kosmetik, Massage, Physiotherapie, Medical Wellness)
  • Ganzjahresbetrieb
  • das Saunagebäude wird unterirdisch verbunden mit dem Wellness-Bereich im ehemaligen „Würfel“ und dem Fitnessbereich im Ostflügel des Strandbadgebäudes

6. Biergarten
Biergarten zwischen Haupteingang und „Würfel“ (straßenseitig) mit einfacher Küche für Radfahrer und Spaziergänger

7. „Würfel“ („ehemalige Großgaststätte“, „Disco“)
Der „Würfel“, der zu DDR-Zeiten als freitragende Halle erbaut worden war und dessen Bausubstanz noch immer intakt ist, wird seeseitig verglast und erhält vielfältige Funktionen:
  • Schwimmbad und Spa mit Bar, Innenbecken und ganzjährig beheiztes Außenbecken auf einem Teil der jetzigen Terrasse (s. Abbildungen)
  • Whirlpools
  • Liegebereich im Innen- und Außenbereich
  • Kinderplanschbecken mit Rutsche
  • Fitnessstudio/Tanzstudio
  • Medical Wellness
  • Kursangebot im Innen- und Außenbereich, z.B. Joga und Pilates am Strand usw.
  • Restaurant mit Innen- und Außenbereich sowie einer Bar auf dem Sonnendeck, Ausgang zum Biergarten (Sommerbetrieb)
Dieses stichpunktartig dargestellte Konzept von Kühne/Wolff besticht durch seine Logik, Transparenz und Attraktivität. Es kann aber nur dann realisiert werden, wenn der „Würfel“ als wesentliche Finanzquelle nicht abgerissen wird. Nur durch die Schaffung einer Wellnessoase mit Schwimmbad, Saunalandschaft und Restaurant in der ehemaligen Großgaststätte ( „Würfel“, Punkte 5 und 7)) wird die Wirtschaftlichkeit des gesamten Areals gesichert. Nur so kann der Bezirk vor hohen finanziellen Belastungen geschützt werden. Und das Strandbad Müggelsee könnte wieder ein attraktiver Anziehungspunkt für Anwohner und Touristen werden, ein „Leuchtturm“ Berlins, ganz im Sinne von Martin Wagner, Architekt, Baustadtrat und Bauherr des Strandbades: Dem Volke zum Wohle.


Anmerkungen:
(1) Das würfelartige Gebäude, das neben dem Haupteingang in seinem jetzigen schmutzigen „Schweinchenrosa“ nicht gerade schön anzusehen ist, gehört nicht zum denkmalgeschützten Bereich des Strandbades. Zu DDR-Zeiten als freitragende Halle erbaut war es eine beliebte Großgaststätte. Später wurde das Gebäude als Disco genutzt, geriet in Verruf und wurde geschlossen. Im folgenden Text wird dieses Gebäude als „Würfel“ bezeichnet.
(2) entnommen der Präsentation zur „Machbarkeitsstudie zur touristischen Inwertsetzung des Strandbades Müggelsee“, von Dr. Mathias Feige, Diana Ojo vom 12.2.2016, Informationen im Internet: http://www.dwif.de/news-events/news/item/machbarkeitsstudie-mueggelsee- strategiekonzept.html und http://www.dwif.de/images/stories/pdf/2016/Machbarkeitsstudie_Mueggelsee_Bericht_dwif.pdf
(3) Der „Runde Tisch zwecks Koordinierung vordringlicher Maßnahmen im ehemaligen Strandbad Müggelsee mit dem Ziel, dort ein Sport und Erholungsareal Müggelsee zu schaffen“ geht auf eine Initiative des Vereins „Bürger für Rahnsdorf e.V.“ zurück und tagt seit 2008. Der Runde Tisch ist maßgeblich daran beteiligt, dass nun 8 Millionen Euro für die Sanierung und Entwicklung des Strandbadareals zur Verfügung stehen. Der Verein „Bürger für Rahnsdorf e.V.“ kümmert sich sein 2006, seit nunmehr 10 Jahren!, um die Sanierung und Weiterentwicklung des Strandbades und treibt sie voran.
(4) Informationen zum Konzept von Kühne/Wolff aus dem Jahr 2010 finden Sie im Internet unter: www.strandbad-mueggelsee.de
(5) entnommen dem Schreiben des damaligen Bezirksstadtrates Schneider vom 4.4.2011, gerichtet an die Herren Wolff und Kühne, betreff: "Strandbad Müggelsee, Auswahl eines privaten Betreibers zur weiteren Entwicklung"
Monika Zimmer




Donnerstag, 18. Februar 2016


 "Machbarkeitsstudie zur touristischen Inwertsetzung des        Strandbades Müggelsee"

 

Am 12.02.2016 wurde der Inhalt der Studie, die vom Bezirksamt Treptow-Köpenick in Auftrag gegeben worden war (Kosten: 20000 €), im Rathaus vorgestellt.

Bitte informieren Sie sich:

Unrichtig ist, so wie in der Studie erwähnt, dass es bisher keinen potentiellen Investor gegeben hat, vgl. das interessante Konzept der Firma Kühne und Nagel aus Schöneiche:

www.strandbad-mueggelsee.de

www.strandbad-mueggelsee.de/zukunft.html

Donnerstag, 7. Januar 2016

Hohe Auszeichnung durch den Senat von Berlin
Berliner Ehrennadel für Gion Voges


Der Bürgerverein „Bürger für Rahnsdorf“ betrachtet es als besondere Anerkennung, dass seinem Vorsitzenden Gion Voges am 7. Dezember 2015 durch den Senat von Berlin die „Berliner Ehrennadel für besonderes soziales Engagement“ verliehen wurde. Die Ehrung nahm Senator Czaja im Wappensaal des Roten Rathauses vor. Mit der Berliner Ehrennadel werden Bürger für mindestens 10 jähriges soziales ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet.
Herr Voges ist nicht nur Gründungsmitglied und Vorsitzender unseres gemeinnützigen Vereins „Bürger für Rahnsdorf“. Seit 51 Jahren setzt er sich insbesondere in der Jugendarbeit und auf dem Gebiet der Resozialisierung von Strafgefangenen ehrenamtlich und mit hohem persönlichen Engagement ein. Regelmäßig besucht er Strafgefangene in den Strafvollzugsanstalten Tegel und Brandenburg an der Havel.
Seit 2003 hat er hier im Bezirk Köpenick vielfältige ehrenamtliche Aufgaben übernommen. Er ist nicht nur Vorsitzender unseres Vereins, sondern auch Gründungsmitglied und Schatzmeister des UnternehmerClubs-Berlin SüdOst e.V. und Initiator und Moderator des monatlich stattfindenden Unternehmerstammtisches. Seit 2006 moderiert er den Runden Tisch zur Sanierung des Strandbades Müggelsee. Er ist Mitglied in einem bezirklichen Sozialausschuss und seit 2012 Mitinitiator und Moderator des Bürgerbeirates Rahnsdorf zu allen Fragen des Zusammenlebens mit Obdachlosen und Flüchtlingen. Unter seiner maßgeblichen organisatorischen Leitung finden seit 2005 die Weihnachtlichen Märkte in Rahnsdorf statt.
Der Abriss der Betonkante im Strandbad Müggelsee und die Bereitstellung von 8 Millionen Euro für die Sanierung der denkmalgeschützten Bereiche des Strandbades sind zum großen Teil seinen vielfältigen, seit nunmehr 10 Jahren andauernden Initiativen zu verdanken. Mit der Auszeichnung wurden damit auch seine unermüdliche Arbeit im Dienste der Gemeinschaft, seine Hartnäckigkeit und Beharrlichkeit im Umgang mit Politik und Verwaltung belohnt. Leider stießen seine Initiativen nicht immer auf Wohlwollen. Dies mag einer der Gründe dafür gewesen sein, dass der Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick Oliver Igel der Verleihung fernblieb. Auch vermisst man eine diesbezügliche offizielle Presseerklärung. Dies wirft ein bezeichnendes Licht auf den Umgang des Bezirksbürgermeisters mit ehrenamtlichem Engagement.


Monika Zimmer, Bürger für Rahnsdorf e.V.


Mittwoch, 6. Januar 2016

Informationen über die Bezirksregion Rahnsdorf finden Sie auf dieser Seite des Bezirksamtes:

https://www.berlin.de/ba-treptow-koepenick/politik-und-verwaltung/service-und-organisationseinheiten/sozialraumorientierte-planungskoordination/artikel.101959.php

Dienstag, 22. Dezember 2015

Lesen Sie bitte:

8 Millionen für das Strandbad Müggelsee


Ausgabe 15/06 - Dezember 2015 / Januar 2016 (ca. 5 MB)
Das neue Kinderspielgerät im Strandbad Müggelsee -
Trauerspiel oder Lachnummer?


Das hätte nun wahrhaftig bereits im Mai passieren können!


Um der von interessierter Seite zielgerichtet betriebenen Verbreitung unhaltbarer Gerüchte entgegenzuwirken und um der Wahrhaftigkeit willen bedarf es zu den skandalösen Vorgängen um das Kinderspielgerät im Strandbad Müggelsee nunmehr noch einmal einer abschließenden Darstellung der tatsächlichen Vorgänge.


Endlich - am 22. Oktober - hat der dem Bezirksbürgermeister Igel unterstellte Fachbereich Facility Management (FM) den seit Mai bestehenden Zaun am neuen Klettergerüst im Strandbad Müggelsee entfernt. Damit besteht nunmehr für die Kinder - leider erst ab Beginn der tristen Novembertage - die Möglichkeit, das bereits am 11. Mai von einer Fachfirma entsprechend allen Sicherheitsanforderungen aufgestellte, zur öffentlichen Nutzung freigegebene, aus Spendengeldern finanzierte Kinderspielgerät zu nutzen. Aufgrund einer Kette immer neuer bürokratischer Einfälle von Seiten des Fachbereiches FM war den Kindern während der gesamten Sommerzeit die Nutzung des Spielgerätes verwehrt. Der Grund dafür waren immer neue Einwände des Fachbereiches FM gegen die Inbetriebnahme des neuen Spielgerätes, die jedem unbefangenen Bürger als haltlos und an den Haaren herbeigezogen erscheinen mussten: eine Kette bürokratischer Einfälle des Bezirksamtes, Fachbereich FM. Die Lachnummer des Jahres. Zum Nachvollzug seien anschließend die wichtigsten „bürokratischen Einfälle“ des Fachbereiches FM in chronologischer Reihenfolge notiert.
Einfall 1: Im Strandbad dürfe gar kein Spielplatz betrieben werden, da sich das Bad in einer Wasserschutzzone befinde. Der Verein müsse erst einen Antrag bei den Berliner Forsten stellen. Tatsache ist, dass bereits im Jahre 2012 der Bezirk Treptow-Köpenick die Wiederherstellung eines Kinderspielplatzes beim Senat beantragt und im Januar 2013 vom Senat die schriftliche unbefristete Zustimmung erhalten hatte, im Strandbad Müggelsee kleinere Spielgeräte aufzustellen. Bezirksbürgermeister Igel hatte selbst den Spielplatz im August 2013 anlässlich des Müggelseeschwimmens eingeweiht. Ein erstes kleines, von Spendengeldern finanziertes Spielgerät war von unserem Verein „Bürger für Rahnsdorf e.V.“ erworben und ohne jeden Einwand von Seiten des Fachbereiches FM vor der Einweihung installiert worden. Damit sollte - auch dem Bezirksbürgermeister und seinem Fachbereich FM - klar sein, dass die Genehmigung für einen Spielplatz im Strandbad vorlag und die Zuständigkeit des Bezirkes hierfür gegeben war und ist.
Einfall 2: Das vom Bürgerverein neu aufgestellte Spielgerät sei ein von der Genehmigung des Senats nicht gedecktes großes Spielgerät und dürfe daher nicht aufgestellt werden. Um diese Frage zu klären, wandte sich eine Mitarbeiterin des für das Strandbad zuständigen Fachbereiches FM, im Einverständnis mit ihren Vorgesetzten, über den Kopf des Bezirksbürgermeisters hinweg direkt an die Senatsbehörde. Diese entschied: Es handelt sich bei dem aufgestellten Gerät um ein kleineres Spielgerät, das aufgestellt werden kann. Trotz dieser Auskunft blieb das Spielgerät gesperrt.
Einfall 3: Der von uns bestellte zertifizierte Spielsand, der in der erforderlichen Fallschutzhöhe von 30 cm eingebracht werden sollte, entspreche nicht den Anforderungen, die für Spielplätze in Wasserschutzzonen gelten. Mit diesem Einwand wurde drei Wochen nach Aufstellen des Spielgerätes das Abladen des Spielsandes verboten, obwohl die geforderte Qualität des Sandes durch ein von uns dem Fachbereich FM vorgelegtes Zertifikat nachgewiesen wurde. Erst viele Wochen später musste der Fachbereich FM eingestehen, dass der von uns gekaufte Sand nicht nur in der Wasserschutzzone II sondern sogar auch für Spielsande in Kinderkrippen geeignet ist. Die Klärung dieses vom Fachbereich FM aufgeworfenen „Problems“ führte dazu, dass wir den Spielsand erneut bestellen mussten. Er wurde erneut geliefert, die Grube wurde verfüllt. Trotzdem wurde das Spielgerät nicht zum Spielen freigegeben.
Einfall 4: Ende Juli beauftragte uns der Fachbereich FM schriftlich, die Erfüllung der Sicherheitsanforderungen für das zweite Spielgerät durch einen öffentlich bestellten unabhängigen Gutachter bestätigen zu lassen. Der Fachbereich FM erhob diese Forderung, obwohl eine zertifizierte Abnahme des Spielgerätes durch die Fachfirma erfolgt war und obwohl im Bezirksamt ein gesonderter Fachbereich mit geeignetem Fachpersonal besteht, der alle zum Bezirksamt Treptow-Köpenick gehörenden Spielplätze und deren Spielgeräte technisch umfassend betreut und den gesetzlichen Vorschriften gemäß turnusmäßig überwacht, also dafür selbstverständlich keine öffentlich bestellten Gutachter benötigt werden. Dennoch bestellte unser Verein „Bürger für Rahnsdorf e.V.“ auf eigene Kosten einen vereidigten Sachverständigen, der die sicherheitstechnische Unbedenklichkeit des Gerätes bescheinigte und zugleich die Empfehlung aussprach, zwei Schrauben auszutauschen. Da das Spielgerät jedoch weiterhin gesperrt blieb, konnte auch dieses Ansinnen des Fachbereiches FM nur als weitere Schikane gewertet werden.
Einfall 5: Der Verein solle mit dem Bezirksamt einen Nutzungsvertrag „zum Betrieb eines kleinen Kinderspielplatzes mit max. 2 Spielgeräten“ abschließen, den Spielplatz in eigener Verantwortung betreiben, alle Betreiber- und Verkehrssicherungspflichten übernehmen. Lächerlich, da das rechtlich gar nicht möglich ist. Das Spielgerät blieb gesperrt.
Einfall 6: Der Verein dürfe wählen: Entweder er unterschreibe den in „Einfall 5“ genannten Nutzungsvertrag oder einen Schenkungsvertrag, in dem er dem Bezirksamt das Spielgerät übereigne. Zudem seien da ja auch noch die beiden Schrauben, deren Austausch der Gutachter empfohlen hatte. Wenn dies geschehen sei, dann werde der Zaun entfernt. Einfall 6 wurde am 8. September von Herrn K. als stellvertretendem Leiter des Fachbereiches FM, formuliert. Was Herr K. offensichtlich nicht wusste, war, dass der Bürgerverein die beiden Schrauben schon längst ausgetauscht und dies dem Bezirksamt Mitte August angezeigt hatte. Aber Herr K. wollte der Aussage des Vereins keinen Glauben schenken und sich in dieser gewichtigen Frage persönlich an den Bezirksbürgermeister wenden. Herr K. sagte zu, im Falle einer positiven Auskunft des Bezirksbürgermeisters Igel werde die Umzäunung umgehend entfernt. Der Leser ahnt, was dann geschah.
Einfall 7: Ende September forderte der Bezirksbürgermeister Igel unseren Verein auf, das Spielgerät dem Bezirksamt „per Zweizeiler“ zu schenken, obwohl das Eigentum am Spielgerät kraft Gesetzes bereits durch die Verbindung mit dem Grund und Boden auf das Land Berlin übergegangen war. Von Schrauben war nicht mehr die Rede. Das Spielgerät blieb weiterhin umzäunt.

Nun, am 22. Oktober ist der Zaun am Spielgerät, ein halbes Jahr nach dem Aufstellen desselbigen, entfernt worden. Der am 8.10.2015 geschlossene „ Schenkungsvertrag“ hat die Kette bürokratischer Einfälle der Verwaltung gekrönt und beendet: Eine traurige Lachnummer des dem Bezirksbürgermeister Igel unterstellten Fachbereiches FM.

Nach allen überaus positiven Erfahrungen, die der Verein „Bürger für Rahnsdorf“ mit allen anderen Fachbereichen des Bezirksamtes Treptow-Köpenick auch in kritischen Auseinandersetzungen gemacht hat, zeigt die Kette „bürokratischer Einfälle“ des dem Bezirksbürgermeister Igel direkt unterstellten Fachbereiches FM exemplarisch, wie Verwaltung und so mancher Politiker mit ihren Bürgern nicht umgehen sollten. Mit Kindern und mit Erwachsenen, mit uns ehrenamtlich Arbeitenden, mit unserem Engagement, mit unserer - unbezahlten - Zeit und: mit den Spendengeldern der Strandbadbesucher! Verwaltung, d.h. Bürger, die für Bürger arbeiten, von deren Steuergeldern bezahlt, eine Verwaltung, die uneffektiv arbeitet, sich selbst immer neue Fragestellungen aufwerfend, nichtige und kleine Probleme zu großen und wichtigen hochstilisiert, sich mit sich selbst beschäftigt – unterstützt von manchem von uns gewählten Politiker!
Gerne würden wir im Strandbad ein drittes Spielgerät aufstellen, um die Attraktivität des Spielplatzes zu erhöhen. Dies könnte zeigen, ob der Fachbereich FM und der für den Fachbereich verantwortliche Bezirksbürgermeister gewillt und fähig sind, mit uns ehrenamtlich Arbeitenden bürgerfreundlich und konstruktiv zusammenzuarbeiten, im Sinne der vom Bezirksamt als Selbstverpflichtung übernommenen Richtlinien über den Umgang mit bürgerlichem Engagement. Wir möchten konstruktiv mitgestalten und wollen keine Bittsteller sein, deren Anliegen als Zumutung empfunden werden.
Wir bitten Sie weiterhin um Ihre Unterstützung und um Ihre Bereitschaft, für ein weiteres Spielgerät zu spenden. Die Spendenbox befindet sich im Hauptgebäude des Strandbades. Spendenkonto: Berliner Volksbank, IBAN: DE 35100900002160425019

Monika Zimmer, Bürger für Rahnsdorf e.V.

Freitag, 2. Oktober 2015

2.10.2015   Bezüglich des Spielgerätes im Strandbad Müggelsee gibt es nichts Neues zu berichten. Der Zaun steht noch immer dank bürokratischer Spitzfindigkeiten des Bezirksbürgermeisters Igel und dem ihm unterstellten Fachbereich FM (Facility Management).

Donnerstag, 27. August 2015

27.8.2015:

Bezirksbürgermeister Igel und der ihm unterstellte Fachbereich FM (Facility Management) haben das neue Kinderspielgerät im Strandbad noch immer nicht zum Spielen freigegeben!

Es gibt keine Rechtfertigung dafür, dass den Kindern seit Ende Mai 2015 ein zertifiziertes und fachgerecht eingebautes Spielgerät vorenthalten wird, obwohl unsererseits alle nötigen Sicherheitsvorkehrungen erfüllt waren (zertifiziertes Spielgerät, zertifizierte Abnahme durch die Fachfirma und zertifizierter Spielsand als Fallschutz). Nach allen möglichen bürokratischen Einfällen versuchen Herr Igel und sein  Fachbereich FM nun, unserem Verein durch  einen "Nutzungsvertrag...zum Betrieb eines kleinen Kinderspielplatzes mit max. 2 Spielgeräten" die dem Bezirksamt obliegenden Betreiber- und Verkehrssicherungspflichten aufzubürden, was aus rechtlichen Gründen  gar nicht möglich ist. Das Spielgerät wird nur dann freigegeben, wenn der Verein den Vertrag unterschreibt!

Mittwoch, 19. August 2015

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19.8.2015
Ein Aushang mit dem folgenden Text darf nicht am Zaun angebracht werden:

Dieses Spielgerät, das von den hier im Strandbad gesammelten Spenden finanziert worden ist, wurde von unserem Verein bereits am 11. Mai 2015 an dieser Stelle aufgestellt. Seitdem verwehrt der im Bezirksamt Treptow-Köpenick zuständige Verwaltungsbereich mit immer neuen bürokratischen Einfällen den Kindern die Benutzung des Klettergerüsts. 
  Monika Zimmer 
 Prof. Dr. Gerhard Zimmer 
 www.buerger-fuer-rahnsdorf.de 15.8.2015 

Dienstag, 18. August 2015

 

11.5.2015:

Endlich ein weiteres Spielgerät im Strandbad Müggelsee!

 Endlich ein weiteres Spielgerät im Strandbad Müggelsee!


Dank der Spendenbox, die unser Verein nach jahrelangem Ringen mit dem Bezirksamt im Strandbad aufstellen durfte, konnten wir nunmehr ein zweites Spielgerät für den Kinderspielplatz kaufen. Dieses wurde am 11. Mai 2015 angeliefert und einbetoniert. Ein Grund zur Freude? Nicht für die Verwaltung unseres Bezirkes. Diese macht sich nämlich große Sorgen. Da auf dem bereits im Jahre 2013 genehmigten Spielplatz zunächst nur kleinere Spielgeräte installiert werden sollten, kamen Zweifel auf: Handelt es sich bei dem neuen Spielgerät um ein großes? Oder ist es doch ein kleines? Oder ein kleineres? Diese Frage mochte die Verwaltung nicht in eigenständiger Verantwortung entscheiden und befragte flugs – über den Kopf des Bezirksbürgermeisters hinweg – den Senat! Und da wäre ja auch noch der Spielsand, der als Fallschutz eingebracht werden muss. Eine Zertifizierung liege zwar vor, d.h. der Sand könne von jedem Kind unbeschadet in den Mund genommen werden, aber reiche die Qualität auch aus für die Wasserschutzzone II? Eine absurde Fragestellung, die allerdings dazu führte, dass der von uns bestellte Spielsand nicht abgeladen werden konnte und dem Verein Kosten in Höhe von 360 € entstanden, die das Bezirksamt natürlich nicht übernehmen will. Natürlich?
Mittlerweile haben sich die wundersamen Einwände der Verwaltung erledigt, ist wertvolle Zeit verstrichen, das Spielgerät steht und der Bauzaun um das Gerät auch. Aber am 13. Juli ist es dann soweit: Der Spielsand, ein für Spielplätze geeigneter, zertifizierter, Sand wird erneut angeliefert, darf abgeladen werden und wird das Wasser nicht vergiften. Wir danken der Verwaltung, die sich so große Sorgen macht. Und wenden uns doch lieber dem nächsten Spielgerät zu. Vielleicht wird es ein größeres – oder ein kleineres oder ein kleines? Bitte spenden Sie! Die Spendenbox steht im Eingang des Hauptgebäudes.


Monika Zimmer, BfR
Zwei Tage später: Ein neuer Zaun, aufgestellt auf Anordnung des Bezirksamtes Treptow-Köpenick wegen angeblich fehlender  Genehmigung!
Das zweite Spielgerät kann endlich benutzt werden!
17. Juli 2015